Etwas für die Geister / für den 7.1.2007

Hier ist etwas für die Geister, die

Nicht mehr zählen jetzt und an keines anderen Saum

Mehr reichen können: dieser schwere Rock,

Unter dem deine nackten, kalten Füße hervorschauten,

Ihr Abdruck auf den Schieferplatten, schwarznass

 

Noch tagelang. Arme Geister, wo sie sind, tänzeln Mein

Und Dein wie Flocken ineinander, wallend wie Nebel und nicht

Wie mein Griff in dein schwarzes Haar, der Regen darin,

Der Duft des Regens, den ich einatmete danach,

Noch tagelang. Arme brabbelnde Geister, die ihr Bestes geben

 

Mit Bruchlauten von Tönen, um jemandem Gestalt zu geben,

Den sie kannten oder dachten oder wünschten zu kennen,

Es läuft stets auf nie mehr hinaus als diesen

Geist eines Mundes, der Fragen stellt wie,

Wer warst du und wer, dachtest du, war ich?

 

aus: David Constantine, Etwas für die Geister, Gedichte, Wallstein Verlag, S. 129

 

 

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