Das Interview oder wie seh ich denn aus?

Noor Mertens, die geduldige neue Leiterin des Kunstmuseums Bochum, stellte an 8 Künstlerinnen und Künstler, die an der Ausstellung „Bochumer Künstlerinnen und Künstler 2021“ teilgenommen haben, Fragen nach der Arbeit und dem Leben. Meine Antworten kamen sehr spontan aus dem Bauch heraus. Hinterher fragte ich mich, was habe ich da nur erzählt? Druckreif war es sicher nicht. Und zum Frisör hätte ich vorher auch gehen sollen. Dazu kam noch der Bahnstreik, der uns auf die volle Autobahn zwang. —- Es war ein schönes lockeres Fest, mit der Möglichkeit draußen auf der Wiese in der Sonne zu sitzen und sich des Lebens zu freuen.

Diese 3 Bilder hatten im Kunstmuseum einen guten Platz und sind nun wieder bei mir, was uns alle freut.

Fotos: B. Cullmann

Kabul 16.8.21

Diese Ausstellung wurde 2019 unter den unsicheren Zeiten in den USA geplant, wegen Corona 2020 zweimal verschoben und dann schließlich abgesagt. Heute versammeln sich Menschen in Todesangst auf dem Flugplatz von Kabul, klammern sich an Flugzeuge als wären es Linienbusse.

Nun findet die Ausstellung mit dem Titel „Zeitenwende?“ in einer Bank statt, mitten auf dem platten Land. Wir werden sicher niemanden erreichen, der sich von unseren künstlerischen Äußerungen wachrütteln läßt.

Mich treibt wirklich die Frage um, macht das alles noch Sinn?

È tutto possibile

Bahnhof Wanne-Eickel, mein Favorit. Rücktransport der Installation „Lauf der Dinge“ von 2020 (Stuhl mit Beschriftung: „Werfen Sie besser andere Stühle um!“in der leichteren Version, den Originalstuhl hätte ich nur mit Mühe tragen können, ein Pflasterstein zum Schrägstellen bzw. ein Tischtennisball, ein Poster (Vergrößerung eines Linoldrucks zum selben Thema).
Es war ein sehr entspanntes Reisen im angenehm leeren IC. …….Im Bahnhof selbst konnte ich den Kaffee und das Käseschinkenbrötchen im Sitzen genießen, etwas kritisch beäugt vom sich langweilenden Sicherheitspersonal. Es gibt anscheinend keine Richtlinien zum Eingreifen, wenn Reisende sich auf selbst mitgebrachten Stühlen setzen.
Gutes Nachhausekommen: mir wurde im Bahnhof Emden die Fahrstuhltüre aufgehalten.

Neues vom Tom

Am 27. August passierte es. Er wurde angefahren und schwer am Kopf verletzt. Sein Gaumen war gespalten, Kiefer gebrochen und ein Fangzahn weg. Er hat die Operation gut überstanden und ist wieder bei mir. Er sieht nun noch verwegener aus: nur ein Auge, das Maul immer offenstehend, leicht sabbernd und die Reste der letzten Malzeit ums Maul. Da er noch sehr empfindlich ist, kann ich ihn nicht säubern.

Ich hoffe, daß er zu seiner alten Selbstsicherheit zurückfindet obwohl er wahrscheinlich nicht mehr auf Jagd gehen kann.

Glückliche Momente sind:

  • wenn beim Milchkannewegbringen oder -holen Unvorhergesehenes passiert.
  • z.B. es rauscht ein Wagen mit 4-5 fast Erwachsenen in den Graben. Alle steigen unverletzt aus und meinen: das regeln wir unter uns!
  • mir kommen Kinder entgegen, ein Mädchen auf einem Kinderrad schon im Schlafanzug, aber mit Helm, 2 Jungs zusammen im Kettcar über Höchstgeschwindigkeit sprechend, und ganz am Schluß die Mutter mit einem ziemlich angestrengt wirkenden Gesichtsausdruck.
  • wenn ich in der Milchküche das Buch „Mittagsstunde“ von Dörte Hansen liegen sehe.
  • wenn ich von einer schweren Zwillingsgeburt höre und ich mitfühlen darf. Ob Nr. 2 noch lebt, höre ich nachher, wenn ich die volle Milchkanne wieder hole.